Physiotherapie und Rehabilitation

Durch unsere jahrelange Berufserfahrung im Bereich des Medizinrechts sind wir immer wieder auf Mandanten gestoßen, welche im Bereich der Kostenerstattung von Reha-Kliniken mit ihren Versicherungen haben. Gerade hinsichtlich der Kostenübernahme gibt es in dem Bereich immer wieder Streitpunkte.

Wir haben uns darauf fokussiert, Ihnen bei sämtlichen Reha rechtlichen Fragen zur Seite zu stehen. Unsere Medizinrechtler stehen Ihnen gerne bei der Durchsetzung Ihrer Belange zur Seite. Von der Antragsstellung bis hin zur Durchsetzung Ihrer Forderung vertreten wir Sie.

Kontaktieren Sie uns noch heute! Wir helfen Ihnen weiter! Rufen Sie uns einfach an oder schicken uns eine E-Mail. 

Wunsch- und Wahlrecht der Rehaklinik

Wer eine Reha beantragen möchte, kann sich die Einrichtung selbst aussuchen. Der Rehabilitationspartner sollte den berechtigten Wünschen des Patienten entsprechen. Dies gilt auch für die ambulante Reha.

Voraussetzungen für die Wahl einer Reha-klinik

Hinsichtlich des Wunsches für die Rehaklinik, muss diese jetzt manche Kriterien erfüllen:

  • Versorgungsvertrag mit den Sozialversicherungen
  • Keine medizinischen Gründe dürfen im Wege stehen – Klinik muss für die jeweilige Erkrankung nachweislich geeignet sein
  • Anerkannte Qualitätsstandards überprüft und zertifiziert

Sofern man bereits eine Wunschklinik hat, sollte man diesen Wunsch mit dem Antrag zusammen kundtun. Ansonsten kann man dies auch nachträglich bei den zuständigen Kostenträgern einreichen.

Bei der Mitteilung der Wunschklinik sollte man den Wunsch ausreichend begründen können. Hauptmerkmal sollte hier die medizinische Eignung der Klinik sein. Nützlich sind jedoch auch weitere Begründungen wie Wohnortnähe, Mitnahmemöglichkeit eines Begleithundes o.ä.

Sofern ein Angehöriger stellvertretend die Rechte des Betroffenen wahrnimmt und den Wunsch einer Klinik äußert, ist dies auch möglich, sofern er die entsprechenden Vollmachten vorweisen kann.

Die Rehabilitationsträger sind nicht berechtigt, dem Wunsch einer speziellen Klinik nur unter der Bedingung der Zuzahlung nachzukommen. Hier gilt das Sachleistungsprinzip: Die Patienten haben gegenüber dem Kostenträger einen gesetzlichen Anspruch auf die Rehabilitationsleistung und nicht nur auf Kostenerstattung.

  • bei einer generellen Ablehnung der Reha:
    Sofern die Reha generell abgelehnt wird, muss die Begründung im Bescheid zu finden sein. Man hat dann die Möglichkeit innerhalb eines Monats schriftlich gegen diesen Bescheid Widerspruch einzulegen. Häufig wird nach Einlegung eines Widerspruchs die Rehabilitation genehmigt. Also nicht zögern und Widerspruch einlegen!
  • bei einem positiven Reha-Bescheid, allerdings nicht für die Wunschklinik:
    In dem Bescheid des Kostenträgers stehen bei Ablehnung der Wunschklinik Informationen, bei welchen Stellen man einen Antrag für eine sogenannte Heilstättenänderung einreichen kann, um das gesetzlich verankerte Wunsch- und Wahlrecht durchzusetzen. Hierbei kann eine Stellungnahme oder ein Gutachten des behandelnden Arztes hilfreich sein.

Berufliche Rehabilitation

Unter dem Begriff der beruflichen Rehabilitation wird die Bezeichnung für bestimmte Sozialleistungen zur Rehabilitation zusammengefasst. Ebenso ist sie auch als „Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben“ definiert.

Die medizinische Rehabilitation dient in erster Linie der Wiederherstellung der Gesundheit und ermöglicht die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Die berufliche Rehabilitation dient hingegen der Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit und der Sicherung eines Erwerbseinkommens auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Gesetzliche Regelungen

Die Träger

  • Bundesagentur für Arbeit
  • Gesetzliche Unfallversicherung
  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Träger der Kriegsopferversorgung und der Kriegsopferfürsorge
  • Jugendhilfe
  • Sozialhilfe

erbringen die erforderlichen Leistungen, um die Erwerbsfähigkeit behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen.

Welche Vorschriften im Einzelfall anwendbar sind, beurteilt sich danach, welcher Träger im Einzelfall für die Leistung zuständig ist. Das hängt wiederum von den besonderen Leistungsvoraussetzungen ab, die nach den verschiedenen Sozialgesetzbüchern im Einzelfall erfüllt sein müssen.

Die gesetzliche Unfallversicherung ist nur für Reha-Maßnahmen nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten zuständig. Für Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung müssen die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, beispielsweise muss eine Wartezeit von 15 Jahren erfüllt sein.

Leistungen

Die Leistungen umfassen Geld- und Sachleistungen an behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen sowie Geldleistungen an Arbeitgeber.

Folgende Leistungen sind insbesondere umfasst:

  • Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes einschließlich Leistungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, z.B. durch Umschulungen, Weiterbildungen und berufliche Trainingsmaßnahmen
  • Berufsvorbereitung einschließlich einer wegen der Behinderung erforderlichen Grundausbildung
  • Individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen unterstützender Beschäftigung
  • Berufliche Anpassung und Weiterbildung, auch soweit die Leistungen einen zur Teilnahme erforderlichen schulischen Abschluss einschließen
  • Berufliche Ausbildung auch soweit die Leistungen in einem zeitlich nicht überwiegenden Abschnitt schulisch durchgeführt werden
  • Gründungszuschuss
  • Sonstige Hilfen zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben, um behinderten Menschen eine angemessene und geeignete Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit zu ermöglichen und zu erhalten wie die Kraftfahrzeughilfe, die Kosten einer notwendigen Arbeitsassistenz oder die Kosten technischer Arbeitshilfen zur behindertengerechten Arbeitsplatzgestaltung, die aus der Ausgleichsabgabe finanziert werden
  • Arbeitgeber können verschiedene Zuschüsse zu den gezahlten Ausbildungsvergütungen und Arbeitsentgelten erhalten

Einrichtungen

Einrichtungen für berufliche Rehabilitation sind unter anderem:

  • Berufsbildungswerke
  • Berufsförderungswerke
  • und vergleichbare Einrichtungen

Anerkannte Werkstätten für behinderte Menschen erbringen Leistungen für behinderte Menschen, die wegen der Art und Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können.

Private Rehabiliationsdienste

Für Unfallopfer im Verkehrsbereich bieten Haftpflichtversicherungen über private Rehabilitationsdienste oftmals Leistungen im Bereich beruflicher Rehabilitation an. Diese erbringen selbst keine eigenen Leistungen, sondern steuern lediglich gesetzliche Leistungen und private Angebote über Fallmanagement.

Haben Sie Fragen an uns? Kontaktieren Sie uns gerne:

Kontakt
Nachname
Vorname